Wissenswertes über Peru: Einwohner, Kultur, Religion und Essen
Peru ist eines der kulturell spannendsten Länder Südamerikas. Ein kompakter Überblick.
Peru kennen die meisten über Machu Picchu. Dabei ist das Land vor allem eines: aussergewöhnlich vielfältig. Auf einer Fläche von rund 1,28 Millionen Quadratkilometern – etwa 31-mal die Schweiz – liegen Wüste, Hochgebirge und Amazonasbecken direkt nebeneinander. Und die Küche gilt heute als die einflussreichste Lateinamerikas.
Die Basisdaten
| Hauptstadt | Lima (rund 10 Mio. Einwohner im Grossraum) |
| Einwohner | rund 34 Millionen |
| Fläche | ca. 1,28 Mio. km² |
| Amtssprachen | Spanisch, Quechua, Aymara |
| Währung | Sol (PEN) |
| Höchster Berg | Huascarán, 6768 m |
Drei Länder in einem
Peru teilt sich in drei geografische Grossräume, die kaum unterschiedlicher sein könnten:
- Costa – der schmale Küstenstreifen am Pazifik. Grösstenteils Wüste, aber wirtschaftliches Zentrum. Hier liegt Lima, wo rund ein Drittel der Bevölkerung lebt. Es regnet praktisch nie; die Feuchtigkeit kommt vom Küstennebel *Garúa*.
- Sierra – das Andenhochland mit Cusco, Arequipa und Puno. Hier wird Quechua gesprochen, hier liegen Machu Picchu und der Titicacasee auf 3812 Metern.
- Selva – der Amazonas-Regenwald. Er macht rund 60 Prozent der Landesfläche aus, beherbergt aber nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung. Die grösste Stadt Iquitos ist auf dem Landweg nicht erreichbar.
Sprache: mehr als Spanisch
Spanisch ist Amtssprache, aber Quechua – die Sprache des Inkareichs – wird bis heute von mehreren Millionen Menschen gesprochen und ist ebenfalls Amtssprache, ebenso Aymara rund um den Titicacasee.
Einige Quechua-Wörter haben es bis ins Deutsche geschafft: *Kondor* (kuntur), *Puma*, *Lama*, *Chinin* (quina) und *Pampa*.
Warum die peruanische Küche so besonders ist
Peru gilt als kulinarische Grossmacht – und das hat historische Gründe. Vier Einflüsse überlagern sich:
- Indigen – Kartoffel, Mais, Chili. Peru gilt als Ursprungsland der Kartoffel mit über 3000 registrierten Sorten.
- Spanisch – Zwiebeln, Reis, Rindfleisch, Zitrusfrüchte.
- Afrikanisch – aus der Kolonialzeit, etwa die Anticuchos aus Rinderherz.
- Asiatisch – japanische und chinesische Einwanderung ab dem 19. Jahrhundert. Daraus entstanden zwei eigene Küchenrichtungen: Nikkei (japanisch-peruanisch) und Chifa (chinesisch-peruanisch).
Die wichtigsten Gerichte
- Ceviche – roher Fisch, in Limettensaft mariniert, mit roten Zwiebeln, Chili, Süsskartoffel und Mais. Nationalgericht mit eigenem Feiertag am 28. Juni.
- Lomo Saltado – Rindfleischstreifen mit Zwiebeln und Tomaten im Wok, dazu Pommes und Reis. Das bekannteste Chifa-Gericht.
- Ají de Gallina – Poulet in cremiger Sauce aus Ají Mirasol, Brot und Milch.
- Anticuchos – marinierte Rinderherz-Spiesse vom Grill, klassisch mit Ají Panca.
- Causa – geschichteter Kartoffelstock mit Ají Amarillo, kalt serviert.
- Pachamanca – Fleisch und Gemüse, in einer Erdgrube auf heissen Steinen gegart.
Und dazu: Inca Kola
Peru ist eines der wenigen Länder, in denen eine lokale Marke Coca-Cola überflügelt hat. Inca Kola ist leuchtend gelb, sehr süss und schmeckt nach Zitronenverbene. Für Peruaner gehört sie zum Essen wie das Ceviche selbst.
Peru in der Schweiz
Peruanische Restaurants sind in Schweizer Städten deutlich sichtbarer geworden – Ceviche steht heute auf Karten, auf denen es vor zehn Jahren niemand vermutet hätte. Auch die Zutaten sind leichter erhältlich als früher: Ají-Pasten und Inca Kola sind der Einstieg, mit dem sich die meisten peruanischen Klassiker zu Hause nachkochen lassen.
Rund 10'000 Peruanerinnen und Peruaner leben in der Schweiz – damit ist es die viertgrösste lateinamerikanische Community des Landes.
FAQ
Was ist die Hauptstadt von Peru?
Lima, mit rund 10 Millionen Einwohnern im Grossraum – etwa ein Drittel der Landesbevölkerung.
Wofür ist Peru bekannt?
Für Machu Picchu, die Anden, den Amazonas und vor allem für seine Küche, die als eine der vielfältigsten der Welt gilt.
Welche Sprachen spricht man in Peru?
Spanisch, Quechua und Aymara sind alle drei Amtssprachen. Quechua wird von mehreren Millionen Menschen im Andenhochland gesprochen.
Was ist das peruanische Nationalgericht?
Ceviche – roher Fisch in Limettensaft mit Zwiebeln, Chili, Süsskartoffel und Mais. Peru hat dafür sogar einen eigenen Feiertag am 28. Juni.
Wie viele Kartoffelsorten gibt es in Peru?
Über 3000 registrierte Sorten. Peru gilt als Ursprungsland der Kartoffel, von wo aus sie im 16. Jahrhundert nach Europa kam.